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Geschichte der Weinbruderschaften

Hier lehnen wir uns an die Schrift „Weinbruderschaften im Wandel der Zeiten“ an, die nach einem Vortrag von Prof. Dr. Hans-Jörg Koch entstanden ist. Weinbruderschaften haben eine lange Geschichte und, um es genau zu sagen, sie reicht zurück bis in die Antike. Dabei ist es sicherlich nicht eine fortlaufende Geschichte, sondern eher eine Grundidee, die von damals bis heute ihre Überlieferung hat.

 

Das berühmteste Weinkultur-Kollegium war das griechische Symposium. Dieses Fest begann mit einbrechender Dunkelheit. Ein Umtrunk eröffnete das Göttermahl, man stimmte Pan-Gesänge an, die von Flötenspielerinnen begleitet wurden. Danach verließen die Damen das Fest.

 

Im Mittelalter war es unter anderem der Zisterzienserorden der sich hohe Verdienste um die Weinkultur, das heißt, von der Rebenzucht bis hin zur Kultur im Glas erworben hat. Um diesen wesentlichen Teil der Kultur ranken sich Literatur, Musik und alles andere, was wir an ästhetisch Schönem um den Wein pflegen. Von hier aus reicht der Bogen zu den Martinsbrüdern, die sich an bestimmten Tagen zum Wein und zum Schmausen trafen.

 

Im 16.Jahrhundert war dann Maßlosigkeit angesagt und zwar so heftig, dass sich Mäßigkeitsorden gründeten. Doch schließlich war es ein Balanceakt zwischen zwei Extremen.

 

Ein Blick auf Stände und Städte. Hier waren es die Marktorden, wo es einen großen Geleitlöffel gab, der auszutrinken war als ein Zeichen für angebliche Mannhaftigkeit beim Trinken. Es war wohl kein Zeichen für besondere Weinkultur, doch man war mit dem Wein verbunden. Daraus entstanden regelrechte „Zechgesellschaften“. Danach entstanden die Berufs- und Winzervereinigungen. Diese setzten sich nicht nur mit Berufsproblemen auseinander sondern auch mit der Pflege des Weines und mit dem was er ausstrahlt.

 

Die Bruderschaften in Frankreich entstammen den Zünften. Im Jahr 1248 wurde den Zünften von Ludwig IX., dem Heiligen, das Recht zugebilligt, sich in Gemeinschaften zusammen zu schließen. Die erste nennenswerte Zunft der Weinbauern entstand durch Francois Rabelais. Er war Mönch, Schriftsteller und Arzt. Durch ihn entstand eine „Confrérie vineuse“. Im 15. Jahrhundert wurde eine „Confrérie du vin“ im Elsass gegründet. Man nannte sie „Herrenbruderschaft“. Diese existierte bis 1934.

Am 16. November 1934 entstand in Nuits St. Georges in Burgund eine Renaissance der Confrérien. Und das sind die französischen Weinorden bis heute geblieben, Weinförderungsgesellschaften.

Zwanzig Jahre später entstehen dann die ersten deutschen Weinbruderschaften mit der ideellen Zielsetzung  zur Förderung und Wahrung der Weinkultur. Dazu gehört ausdrücklich das Verbot, eine Weinbruderschaft zu kommerziellen Zwecken einzusetzen.


3. März 1969 - Gründung der Weinbruderschaft Baden-Württemberg


Am 3. März 1969 trafen sich in Hochdorf bei Horb die Weinliebhaber Willy Gohl, Albert Fortenbacher, Wolf Stanke und Werner Schultheis (v.l.n.r.) um als "geistige Urheber einer Idee" den Grundstein für die "Weinbruderschaft Baden-Württemberg" zu legen.




Schon kurze Zeit später, am 3. Mai 69, war dann im Beisein namhafter Persönlichkeiten die erste Kapitelsitzung mit einer festlichen Probe Durbacher Weine des Staatlichen Weinbauinstitutes, Feiburg, auf Schloß Weitenburg bei der die Weinbruderschaft Baden-Württemberg offiziell vom Ordenskanzler Werner C. Schultheis vorgestellt wurde.



Eine weitere Weinprobe am 7. Juni 69, die der Leiter der Staatlichen Weinbauschule Weinsberg, Dr. Gerhard Götz, vorstellte folgte, bevor dann am 28.06.1969 das 1. Ordensfest mit der Aufnahme der ersten Weinritter den Anfang einer erfolgreichen Entwicklung machte.







Als Dank für die Unterstützung zur Gründung der Weinbruderschaft Baden-Württemberg wurden einige Herren zu Ehrenmitgliedern ernannt. Besonders die Weinbruderschaft der Pfalz, die als Pate unserer Bruderschaft aufgetreten ist und durch ihren Ordensmeister Dr. Theo Becker vertreten war, wurde hier lobend erwähnt.



Von links: Landrat Kruspe aus Horb, Ordensmeister Dr. Theo Becker, der Präsident des Württembergischen Weinbauverbandes Otto Haag, der Receveur der Elsässischen Weinbruderschaft Jean Dreyer mit seinem Großmeister Bernhard Heydt-Trimbach und der Weinjournalist Arne Krüger.



Der Schlossherr, Baron von Raßler, eingerahmt von einer andächtig lauschenden Gästeschar.



1. Ordensfest
am 28. Juni 1969 auf Schloß Weitenburg

Weinprobe: Baden + Württemberg

Interpreten: Willy Schmid + Werner C. Schultheis

Teilnehmer: Die ersten Weinritter

Ehrenritter:
Dr. Theo Becker, Jean Dreyer, Otto Haag, Bernh. Heydt-Trimbach, Arne Krüger, Karl-Georg Kruspe

Weinritter:
Heinz Blümle, Hellmut Müller, Eugen Bross, Roger Oberlé, Wilhelm Döring, Baron von Raßler, Albert Fortenbacher, Gottlob Rometsch, Willi Gohl, Arthur Sauter, Hans-Jörg Hertneck, Horst G. Schroeter, Otto Heutschi, Werner C. Schultheis, Kurt Jedele, Dieter Schuster, Albrecht Karnbach, Wolf Stanke, Jürgen G. Mailänder, Hans Winter



v.l.n.r. Eugen Bross, Werner Schultheis, Wolf Stanke





H. Müller, R. Oberlé, H.G. Schroeter, K. Jedele, H.J. Hertneck



v.l.n.r. Baron v. Raßler, W. Gohl, H. Winter, A. Sauter, D. Schuster



v.l.n.r. W. Gohl, H. Winter, G. Rometsch, A. Sauter