Berichte

Roséprobe im Rössle Weil der Stadt am 17.7.2021

Am 17.7.2021 hätte eigentlich unser Ordensfest im Schloss Bauschlott stattfinden sollen. Aufgrund der unsicheren Pandemielage war dem Kapitel eine seriöse Planung jedoch nicht möglich. Man hat sich deshalb für eine Überraschungsprobe entschieden, die flexibler planbar war und kurzfristig hätte abgesagt werden können, ohne dass Kosten entstanden wären.

So sorgte eine Roséprobe für 30 Teilnehmer - Mitglieder nebst Partnern – für eine tolle Stimmung: endlich mal wieder im vertrauten Kreis von Weinliebhabern zusammenkommen und sich austauschen über die 13 unterschiedlichen Tropfen, die Ordensmeister Joachim Volz vorstellte!

Den Auftakt bildete gleich ein Knaller, nämlich ein knochentrockener, hocheleganter Spumante-Lambrusco aus der Emilia Romagna. Ein Stoff, der wegen seines üblicherweise pappsüßen Ausbaus hier in Deutschland als „Pennerglück“ ansonsten zu Recht einen sehr zweifelhaften Ruf genießt.

Der zweite Wein „Dogma“ von Pittnauer aus dem österreichischen Burgenland polarisierte. Aus der Blaufränkisch-Traube ohne Schwefel, ohne jede Schönung und ohne Filtration auf die Flasche gebracht, erschien er recht trübe im Glas, überzeugte aber durch tolle Aromen von Rhabarber, Hagebutte, Erdbeere und Thymian.

Als Everybody’s Darling erwiesen sich der Ca‘ de Frati vom Gardasee, wie auch der animierende, den Trinkfluss anregende Rosé von Arndt Köbelin aus Baden und der Jochinger von Jamek (Wachau). Sehr differenziert der „Aix“ aus der Provence wie auch der Sancerre von Roger (Loire), beide durchgegoren und damit auch exzellente Essensbegleiter. Das Gleiche ließ sich beim „Suez“ des Pfälzer Erzeugers Reichsrat von Buhl konstatieren.

Ein Fehlschlag leider der Wein von Markus Altenburger aus dem Burgenland. Alle aufgezogenen Flaschen waren geprägt von einem Essigstich, als sei die Kirschessigfliege mitten durch das Fass geflogen.

Dann wiederum etwas polarisierend der „Soca Rosado“ von Puro Rufo aus Lanzarote und der „Tears of Anima“ von Herdado do Portocarro aus Portugal.

Die Krönung schließlich die Cuvée Prestige Caroline Cru Classé von Clos Cibonne, ein hochwertiger Wein, wie ihn nur die Provence hervorbringt.

Die Probe hat gezeigt, dass Rosé nicht nur ein süffiger aber im Wesentlichen doch recht belangloser Terrassenwein sein muss, sondern durchaus anspruchsvoll diverse Facetten aufweisen kann.

Als Abschluss konnten die Teilnehmer die beiden Siegerweine des diesjährigen Spätburgunderwettbewerbs verkosten. In der Kategorie 1 (trocken, im Wesentlich fruchtgeprägt) ein filigraner QbA 2019 des Weingutes Kiefer-Seufert aus Ballrechten-Dottingen. Sieger der Kategorie 2 (trocken, vom Holzfass geprägt) wurde die grandiose „Burkheimer Schlossgarten Grande Reserve“ 2017 von den Burkheimer Winzern e.V., eine Auslese von enormer Tiefe und Wucht.

Ein Dank an dieser Stelle noch an unseren Weinbruder Hans-Josef Straub, der mit seinem Team wieder eine tolle Bewirtung im schönen Ambiente seines Rössle geboten hat.

Joachim Volz



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