Berichte

Exkursion in die Steiermark 10.06. – 14.06.2015

Eine fünftägige Exkursion führte eine Gruppe von 16 Weinbrüdern mit Damen bei herrlichem Sommerwetter in die Steiermark. Mit etwa 4.000 Hektar ist dies das kleinste Weinanbaugebiet Österreichs. Klein, aber fein heißt die Devise in dieser typischen Weißweinregion, der Rotwein spielt nur eine untergeordnete Rolle. Die meistangebaute Rebsorte ist der Welschriesling, ein unkomplizierter Durstlöscher. In der ersten Liga allerdings spielen vor allem die Sauvignon Blancs, aber auch Muskateller und Morillon (Chardonnay) bewegen sich auf hohem Niveau. Die bekannten Betriebe verfügen zwischen ca. 10 und 100 Hektar Anbaufläche.

Am frühen Abend wurde das in Gamlitz - also im Zentrum der Südsteiermark - gelegene Hotel Weinlandhof bezogen. Schöne Zimmer, schmackhaftes Halbpensionsmenü, ein sehr freundlicher Service sowie eine äußerst moderate Preisgestaltung zeichnen dieses Hotel aus. 

Die erste Weinprobe am 11.6. führte zum Weingut Walter Skoff in Gamlitz. Nach einer Kellerbesichtigung konnten die gelungenen Weine des Hauses verkostet werden. Herausragend der Sauvignon Blanc Royal, ausgebaut zu 2/3 in neuen und 1/3 in gebrauchten Barriques. Nur wenige km weiter das zweite Weingut, Brolli-Arkadenhof, sehr geschmackvoll angelegt in einem traumhaften Ambiente. Nach einem eleganten Muskateller-Sekt zum Empfang und der danach folgenden Führung durch die charmante Inhaberin Bettina Brolli konnten 8 verschiedene Weine probiert werden. Danach gab es eine regionaltypische Brettljause, begleitet von einem klassischen Weißburgunder.

Doch damit war der erste Verkostungstag noch nicht beendet. Es folgte das in Ratsch an der Weinstraße gelegene renommierte Weingut Gross. Herr Gross Senior führte durch den Betrieb und demonstrierte danach anlässlich der Verkostung eindrucksvoll, zu welcher Leistung ein Spitzenweingut fähig ist, auch in einem schwierigen Jahr wie 2014. Zu wenig Sonne und zu viel Regen, vor allem auch zur falschen Zeit, bedeuteten einen enormen Ernteaufwand. Gut erklärt wurde auch die Qualitätspyramide, die angelehnt an das System in Burgund, unterscheidet zwischen den sogenannten Klassikweinen (100% Stahltankausbau) und den Ortsweinen bis hin zu den Lagenweinen (Erste/Große Lage).

Der nächste Tag begann beim Weingut Tement, einem ebenso renommiertem Weingut. Herr Bergler führte durch den nicht nur sehr schönen, sondern auch logistisch sehr gut angelegten Betrieb direkt an der slowenischen Grenze. Man verfügt über 80ha steirische und 20 ha slowenische Lagen. Die Böden sind sehr unterschiedlich, geprägt von Muschelkalk, Sand, Schotter, Meeressediment und Korallenriff. Auch hier herausragend die eben dieses Terroir widerspiegelnden Sauvignon Blancs, ganz vorne der Zieregg, ein absoluter Weltklassewein. Danach ging es weiter zu Polz wo im Buschenschank, betrieben von dem Wirtsehepaar Kohlenberger der Gruppe - auf einem lauschigen Plätzchen unter einem Nussbaum sitzend - ein sensationelles Buschenschankmenü in 5 Gängen präsentiert wurde. Erwähnt seien an dieser Stelle die Krautschnecken oder auch der mit bestem Kürbiskernöl verfeinerte Salat von Roter Bete mit Ziegenfrischkäse. Nach diesem tollen Erlebnis konnten die feinen Weine der Brüder Polz verkostet werden; mit 110 ha und einer Jahresproduktion von ca. 1 Mio Flaschen eines der großen Weingüter in dieser Region.

Am Vormittag des 13.6. stand der Besuch der großartigen Kellerei Erwin Sabathi an. Der Junior Christoph führte fachkundig und engagiert vor, welche phantastischen Ergebnisse ein optimaler Einsatz in Weingarten und Keller bringen. Die gesamte Kollektion wusste zu überzeugen, grandios hier der Sauvignon Blanc der Lage Pössnitzberg, der in einer Vertikalverkostung der Jahrgänge 2011 – 2013 verblüffende jahrgangstypische Unterschiede aufwies. Nach einer herrlichen Brettljause im Buschenschank Skringer-Ranz wurde mit Jaunegg in Leutschach das letzte Weingut dieser Reise besucht. Die kleine, aber feine Kollektion von Daniel Jaunegg zeigte deutlich, wozu auch ein mit 8ha relativ kleines Weingut fähig ist. Ob Gelber Muskateller, Chardonnay oder die diversen Qualitätsstufen an Sauvignon Blanc, alles hervorragende Tropfen!  

Als wunderbarer Abschluss dieser Genussreise erwies sich das Mittagessen am letzten Tag. Das im Yachthafen des kleinen Ortes Schörfling am Attersee gelegene Haubenlokal Langostinos servierte nicht nur ein phantastisches Menü, sondern es bot sich die Gelegenheit, zu einem außerordentlich günstigen Preis einen der größten Rieslinge der Welt, den Smaragd Unendlich vom Wachauer Spitzenwinzer F.X. Pichler, in zwei verschiedenen Jahrgängen (2008 und 2012) zu verkosten.

So gestärkt trat die Gruppe bestens gelaunt die Heimreise an.

Joachim Volz

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