Berichte

Craftbier versus Wein – der ultimative Vergleich am 24.3.2019

Die Hochdorfer Kronenbrauerei Otto Haizmann KG ist ein perfektes Beispiel für gesunden Mittelstand. Bereits in der 12. Generation wird in Nagold – Hochdorf - hier wurde am 3.3.1969 die Weinbruderschaft Baden-Württemberg gegründet - Bier gebraut. Was lag also näher, als an diesem Ort im Jubiläumsjahr eine Veranstaltung abzuhalten. Nach kurzer Begrüßung in der gemütlichen Bierstube durch den Chef des Hauses, Eberhard Haizmann, und einem Weißwurstfrühstück, begleitet von einem frisch gezapften Weizenbier, führte uns die Tochter Katharina durch den eindrucksvollen Betrieb. Neben einer betriebswirtschaftlichen Ausbildung verfügt sie, wie es sich für eine „Überzeugungstäterin“ gehört, über das Braumeister-Diplom. So konnte während der Tour vom Sudhaus bis zur Abfüllung deutlich spüren, wie sie mit Herz und Seele voll in ihrem Beruf aufgeht. Genauso ihr Lebensgefährte Dr.rer nat  Moritz Krahl, der zusätzlich ein abgeschlossenes Studium als Diplomingenieur für das Brauwesen vorweisen kann. Er hat uns in einem ebenso launigen wie eloquenten Vortrag die Vorzüge und die Probleme, die mit Bier und Wein sowie deren Erzeugung einhergehen, geschildert. Dazu gab es sechs verschiedene Biere. Für besondere Diskussionen sorgte das belgische Sauer-Bier „Rodenbach Grand Cru“. Einige Weinbrüder fanden es hochinteressant, andere sahen eher eine Eignung als Salatdressing. Ganz anders kam da schon das Hochdorfer IPA (India Pale Ale) an, in Anlehnung an den Meistersud von Tochter Katharina, eine Reminiszenz an die englischen Starkbiere vergangener Jahrhunderte. Ebenso schmackhaft der Hochdorfer Eisbock, allerdings mit 12%Alkoholgehalt, natürlich mit Vorsicht zu genießen. Interessant, weil von einer Whiskeynote umschmeichelt, der Bourbon Bock von Maisel & Friends. Als echter Bier/Wein-Hybrid mit einem an Cidre erinnernden Geschmack überzeugte auch das Kuehn Rosen Bier. Hier werden tatsächlich Gerstenmalz und Traubensaft miteinander vergoren.

Danach stellte unser Ordenskanzler sechs Weine vor, die alle dem Anspruch gerecht wurden, etwas ganz Besonderes zu sein. Mit dem Gutedel aus der Lage „Obere Schulen“ ist dem Winzer Hans-Peter Ziereisen ein besonderer Gutedel gelungen. Aus dieser Rebsorte werden üblicherweise unkomplizierte und jung zu trinkende Tropfen hergestellt. Sein 2014er weist eine enorme Komplexität auf und schmeckt noch immer frisch. Danach folgte ein Orange Craft Philipp Bassler 2015 von der Pfälzer Weinbiet eG. Der bernsteinfarbene Grauburgunder harmonierte gut mit dem belgischen Chimay, einem dreifach vergorenen Trappistenbier, welches parallel verkostet wurde. Vom Weingut Gebeshuber aus der österreichischen Thermenregion wussten nacheinander zu überzeugen ein Rotgipfler 2015 „Lage Laim“ wie auch der Zierfandler 2015 „Lage Modler“. Dann war wieder Ziereisen an der Reihe, zunächst mit seinem „Le Petit Rouge“ 2013. Diesen erzeugt er gemeinsam mit seinem Partner Jost für das 3,6ha große Weingut der Stadt Basel. Der krönende Abschluss war dann der Pinot Noir „Rhini“ aus 2010, ein Wein von Komplexität und ungeheurer Tiefe.

Ein herzliches Dankeschön an unsere Gastgeber, die Familie Haizmann sowie an unseren Ordenskanzler Alexander Dippold, der diese gelungene Veranstaltung organisiert und mit seiner geglückten Weinauswahl bereichert hat.

Joachim Volz

Herzlich Willkommen

bei der Weinbruderschaft Baden Württemberg!