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Jungweinprobe beim Herzog von Württemberg am 18.5.2017

Bis ins 13. Jahrhundert zurück reicht die Weinbautradition des Hauses Württemberg.
Die eigentlich Gründung der damaligen "Hofkammerkellerei" erfolgte aber erst 1677 durch
Herzog Eberhard  III. Heute ist das Weingut mit 40 Hektar Rebfläche das größte private Weingut im
Anbaugebiet. Eigentümer ist Seine Königliche Hoheit Carl Herzog von Württemberg. Von Stetten im
Remstal bis nach Maulbronn erstrecken sich die insgesamt sieben Einzellagen mit ihrem
jeweils spezifischen Terroir. Bereits deren Namen lassen Kenner mit der Zunge schnalzen:
Stettener Brotwasser, Untertürkheimer Mönchberg, Asperger Burg, Mundelsheimer Käsberg,
Hohenhaslacher Kirchberg, Gündelbacher Steinbachhof und Wachtkopf sowie Maulbronner Eilfingerberg.
Rot bestockt mit Trollinger, Lemberger, Spätburgunder und Zweigelt sind 17 Hektar, Riesling Traminer,
Silvaner und Weißburgunder stehen auf 23 Hektar.
Die wichtigste Rebsorte ist der Riesling, der schon fast die Hälfte der gesamten Rebfläche für sich beansprucht.

So waren wir umso gespannter auf die Jungweinprobe am 18. Mai 2017 im Weingut des Herzogs von Württemberg
In der Vinothek begrüsste uns als Referentin die württembergische Weinkönigin Andrea Ritz mit einer Secco-Cuvee Riesling/Traminer.
Anschließend gings in den im Keller liegenden Weinverkostungsraum.In einem wunderbaren Ambiente, umgeben
von Barrique-Fässern, konnten wir uns mit einem liebevoll zusammengestellten Vesper stärken.
 
Dazu gleich der erste VDP-Wein, ein Weißburgunder trocken 2016 vom Maulbronner Eilfingerberg.

Getragen von großer Authentizität führte uns Andrea Ritz mit insgesamt 13 Weinen aus ersten und großen Lagen
durch den Abend und brachte uns in dieser Weinreise durch die diversen Lagen der herzöglichen Weingüter die speziellen
Besonderheiten der verschiedenen Anbaugebiete vom westlichen Stromberg bis zu den ca. 50 km entfernt liegenden Weinbergen aus Neckar- und Remstal

eindrucksvoll herüber.

Bereits bei den 4 verkosteten VDP- Rieslingen konnten wir sowohl in der Nase als auch im Gaumen die
Unterschiede der beiden Spitzenlagen Eilfingerberg Maulbronn und Stettener Brotwasser feststellen. Letzterer bestach durch seine tolle Mineralik.
Auf die Bezeichnung des bei vielen Weinliebhabern bekannten Stettener Brotwassers ging Frau Ritz
auch auf die Namensentstehung des berühmten Stettener Brotwassers ein.
Der Name geht auf eine Stettener Hofdame des 17. Jahrhunderts zurück, die sich den damals üblichen Krug
zum Aufweichen des trockenen Brotes bei Tisch statt mit Wasser mit ihren Lieblingswein füllen ließ.
Die Monopol-Lage wurde 1664 bis 1666 vom Hause Württemberg erworben. VDP klassifizierte Lage, Auszug aus dem Katalog der VDP-Klassifikation.  
 

Mit einer Tankprobe eines GG-Riesling Stettener Brotwasser vom Jahr 2016, welche aufgrund der Trübung natürlich noch nicht
seinen feinen mineralischen Geschmack entfalten konnte, und mit einem Sauvignon blanc vom Gündelbacher
Steinbachhof schlossen wir die Weißweinprobe ab und verkosteten nun die Rotweinvarianten.

Mit einem Lemberger trocken mit rotbeerigen Aromen
vom Maulbronner Eilfingerberg 2014 wurde uns hier eines der Flagschiffe des Weingutes gereicht.

Weiter ging die Reise durch den Stromberg mit einem trockenen Zweigelt ebenfalls aus dem Jahr 2014,  
geerntet in den Hohenhaslacher Weinbergen, um schließlich dann zu den Neckarhängen in Untertürkheim
und Mundelsheim zu gelangen.

Über eine Probe von einem fruchtigen 2014er Merlot aus Untertürkheim ging die Weinreise weiter
zum berühmten Mundelsheimer Käsberg, der hier mit einem 2013er Spätburgunder GG  bei
nahezu allen Weinexperten perfekt ankam.
Frau Ritz hat hier in dieser imposanten Mundelsheimer Neckarschleife mit den dazugehörenden
Steillagen ihren Lieblingsaufenthalt in den Württembergischen Weinanbaugebieten gefunden.
Sie erklärte uns hier auch anhand von einer Bilddarstellung, warum speziell in diesen Steillagen
der empfindliche wie anspruchsvolle Spätburgunder bei viel Wärme und relativ wenig Wasser seine beste Qualität erreichen kann.

Anschließend kamen wir dann in den Genuss eines 2014er Lemberger GG, große Lage, hier
wurde in der Tat ein perfekt vollendeter Wein auf die Flasche gezogen.

Die anschließend präsentierte Cuvee DUX, aus Cabernet-Sauvignon und Merlot mit seiner
tiefdunklen Farbe löste innerhalb der Gruppe teilweise polarisierende Meinungen aus wegen seiner doch sehr internationalen Stilistik.

Mit einem 2015er Untertürkheimer Mönchberg Riesling Auslese, serviert im großen Faßkeller,
kamen wir zum Ende dieser sehr gelungenen und abwechslungsreichen Jungweinprobe. Dank des großen
Fachwissens von Frau Ritz rund um die diversen Weinberge des Herzogs von Württemberg hat der Abend bei
allen Anwesenden einen bleibenden positiven Eindruck hinterlassen. 

Walter Tschürtz